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Dahlhausen. Dicke Luft herrschte im rappelvollen Versammlungsraum der
Traditionsgaststätte Heinrichsbauer, als der Fußballclub DJK Adler Dahlhausen zu
einer Informationsveranstaltung „Quo vadis Adler“ eingeladen hatte. Neben dem
kompletten Adler-Vorstand waren auch zahlreiche Vertreter der örtlichen Politik
anwesend. Von der Stadtverwaltung kam eigens Sportamtsleiter Klaus Retsch an den
Kassenberg, um zu informieren und zu diskutieren.
Mit einer
gelungenen Mischung aus Ruhe und Sachlichkeit beleuchtete Retsch noch einmal
die Geschehnisse der vergangenen Monate, die zu der Schließung der Sportanlage
am Kassenberg führte.
Er
widersprach nicht dem Adler-Vorsitzenden Armin Skotarek, der vermutete „Es geht
hier um Kriegsschauplätze, die rein gar nichts mit dem Sport zu tun haben“.
Offenbar wurden tatsächlich uralte Rechnungen mit der gewünschten
Pachtvertragsverlängerung vermischt. Die Zuwegung zum Sportplatz, Bebauungspläne
und der Kaufpreis für ein Grundstück wurden in einen Topf mit der
Pachtverlängerung geworfen und führten dann zu einem für die Adler-Sportfreunde
katastrophalen Ergebnis. Retsch betonte, dass er sogar mit einer „hochkarätig“
besetzten Delegation aus verschiedenen Stadtämtern zum Grundstückseigentümer
Joachim Wibbecke gefahren ist, um eine Verlängerung des Pachtvertrages zu
erreichen. Belohnt wurde die faire Geste nicht.
Seit
September sind die Adler heimatlos und richten ihre Meisterschaftsspiele In der
Hei und auf anderen Sportplätzen aus. „Uns wurde der Rasen unter dem Hintern
weggezogen“, fasste Armin Möller vom Adler-Ältestenrat die Malaise treffend
zusammen. Möller: „Der Kasssenberg ist in Deutschland als Spiel- und Kultstätte
der Adler bekannt. Deshalb darf unsere neue sportliche Heimat auch nur in
Dahlhausen liegen, egal ob Unter- oder Oberdahlhausen“, rief er unter dem
Beifall der Vereinsmitgliedern den Politikern entgegen.
Die
hatten sich zuvor schon Gedanken zu möglichen Alternativen gemacht, die beim
Adler-Vorstand auf konsensfähige Akzeptanz stießen. „Aus den diskutierten
Möglichkeiten haben wir vom Adler-Vorstand mal eine Hitliste erstellt. Wir
favorisieren ganz klar einen Platz an der Gaußstraße, danach folgen das Gelände
neben dem Eisenbahnmuseum, dann der Köllerholzweg und zum Schluss die
Sudholzstraße“, gab Vereinsvorsitzender Armin Skotarek den Politikern ein klares
Votum mit auf den Weg.
Klaus Retsch
wollte eher aus taktischen Gründen keinen der Vorschläge diskutieren.
Stattdessen verwies er auf ein langes und problematisches
Baugenehmigungsverfahren mit ungewissem Ausgang. „In Witten-Rüdinghausen ist
kürzlich ein neuer Sportplatz errichtet worden, der bis heute nicht benutzt
werden darf, weil es massive Anwohnerproteste gegeben hat, die vor Gericht
verhandelt wurden“, mahnte der Amtsleiter zur Vorsicht. Er rechnet mit einem
Planungshorizont von mindestens einem Jahr, so dass frühestens 2010 mit dem Bau
begonnen werden kann. „Alle anderen Spekulationen wären unseriös.“ Lediglich das
Gelände zwischen Eisenbahnmuseum und Ruhrauenpark ist bereits im
Flächennutzungsplan entsprechend als Sport- und Freizeitstätte ausgewiesen. Nur
hier ist noch die Bahn der Eigentümer der Brache.
Bis zur
Realisierung werden die Adler ihre Spiele In der Hei bestreiten müssen. Ein
Zustand, der auch kritische Töne hervorruft: “Wir wollen dort nicht nur geduldet
werden“, rief ein Adler dem Sportamtsleiter zu, der unmissverständlich
klarstellte, dass In der Hei alle Vereine gleichberechtigt nebeneinander
trainieren dürfen.
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Günter Stilke, Urgestein der
DJK Sportfreunde Linden erinnert sich, dass 1948 bei der Errichtung der
Sportstätte In der Hei auch mehrere Sportler von Adler Dahlhausen
tatkräftig mitgeholfen haben, das abgeräumte Betriebsgelände der
ehemaligen Ziegelei Gödde in einen ansehnlichen Sportplatz umzuwandeln.
Dort wo heute das DJK-Vereinsheim steht, befand sich eine Kleinzeche. Die
Hohlräume und Tagesbrüche machten den Sportfreunden noch lange Zeit
Probleme. |
Text & Bild: Hartmut Claes
Mit freundlicher Genehmigung der WAZ-Stadtteilredaktion Bochum.
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