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Aktuell im Stadtteil - 2.12.2008

 

Dicke Luft über dem Adlerhorst

DJK Adler Dahlhausen sucht neue Sportanlage

 

 

Dahlhausen. Dicke Luft herrschte im rappelvollen Versammlungsraum der Traditionsgaststätte Heinrichsbauer, als der Fußballclub DJK Adler Dahlhausen zu einer Informationsveranstaltung „Quo vadis Adler“ eingeladen hatte. Neben dem kompletten Adler-Vorstand waren auch zahlreiche Vertreter der örtlichen Politik anwesend. Von der Stadtverwaltung kam eigens Sportamtsleiter Klaus Retsch an den Kassenberg, um zu informieren und zu diskutieren.

Mit einer gelungenen Mischung aus Ruhe und Sachlichkeit  beleuchtete Retsch noch einmal die Geschehnisse der vergangenen Monate, die zu der Schließung der Sportanlage am Kassenberg führte. Er widersprach nicht dem Adler-Vorsitzenden Armin Skotarek, der vermutete „Es geht hier um Kriegsschauplätze, die rein gar nichts mit dem Sport zu tun haben“. Offenbar wurden tatsächlich uralte Rechnungen mit der gewünschten Pachtvertragsverlängerung vermischt. Die Zuwegung zum Sportplatz, Bebauungspläne und  der Kaufpreis für ein Grundstück wurden in einen Topf mit der Pachtverlängerung geworfen und führten dann zu einem für die Adler-Sportfreunde katastrophalen Ergebnis.  Retsch betonte, dass er sogar mit einer „hochkarätig“ besetzten Delegation aus verschiedenen Stadtämtern zum Grundstückseigentümer Joachim Wibbecke gefahren ist, um eine Verlängerung des Pachtvertrages zu erreichen. Belohnt wurde die faire Geste nicht.

Seit September sind die Adler heimatlos und richten ihre Meisterschaftsspiele In der Hei und auf anderen Sportplätzen aus. „Uns wurde der Rasen unter dem Hintern weggezogen“, fasste Armin Möller vom Adler-Ältestenrat die Malaise treffend zusammen. Möller: „Der Kasssenberg ist in Deutschland als Spiel- und Kultstätte der Adler bekannt. Deshalb darf unsere neue sportliche Heimat auch nur in Dahlhausen liegen, egal ob Unter- oder Oberdahlhausen“, rief er unter dem Beifall der Vereinsmitgliedern den Politikern entgegen.

Die hatten sich zuvor schon Gedanken zu möglichen Alternativen gemacht, die beim Adler-Vorstand auf konsensfähige Akzeptanz stießen. „Aus den  diskutierten Möglichkeiten haben wir vom Adler-Vorstand mal eine Hitliste erstellt. Wir favorisieren ganz klar einen Platz an der  Gaußstraße, danach folgen das Gelände neben dem Eisenbahnmuseum, dann der Köllerholzweg und zum Schluss die Sudholzstraße“, gab Vereinsvorsitzender Armin Skotarek den Politikern ein klares Votum mit auf den Weg.

Klaus Retsch wollte eher aus taktischen Gründen keinen der Vorschläge diskutieren. Stattdessen verwies er auf ein langes und problematisches Baugenehmigungsverfahren mit ungewissem Ausgang. „In Witten-Rüdinghausen ist kürzlich ein neuer Sportplatz errichtet worden, der bis heute nicht benutzt werden darf, weil es massive Anwohnerproteste gegeben hat, die vor Gericht verhandelt wurden“, mahnte der Amtsleiter zur Vorsicht. Er rechnet mit einem Planungshorizont von mindestens einem Jahr, so dass frühestens 2010 mit dem Bau begonnen werden kann. „Alle anderen Spekulationen wären unseriös.“ Lediglich das Gelände zwischen Eisenbahnmuseum und Ruhrauenpark ist bereits im Flächennutzungsplan entsprechend als Sport- und Freizeitstätte ausgewiesen. Nur hier ist noch die Bahn der Eigentümer der Brache.

Bis zur Realisierung werden die Adler ihre Spiele In der Hei bestreiten müssen. Ein Zustand, der auch kritische Töne hervorruft: “Wir wollen dort nicht nur geduldet werden“, rief ein Adler dem Sportamtsleiter zu, der unmissverständlich klarstellte, dass In der Hei alle Vereine gleichberechtigt nebeneinander trainieren dürfen.

Günter Stilke, Urgestein der DJK Sportfreunde Linden erinnert sich, dass 1948 bei der Errichtung der Sportstätte In der Hei auch mehrere Sportler von Adler Dahlhausen tatkräftig mitgeholfen haben, das abgeräumte  Betriebsgelände der ehemaligen Ziegelei Gödde in einen ansehnlichen Sportplatz umzuwandeln. Dort wo heute das DJK-Vereinsheim steht, befand sich eine Kleinzeche. Die Hohlräume und Tagesbrüche machten den Sportfreunden noch lange Zeit Probleme.

 

Text & Bild: Hartmut Claes
Mit freundlicher Genehmigung der WAZ-Stadtteilredaktion Bochum.

 

Weitere Informationen finden Sie unter: www.djk-adler-dahlhausen.de

 

 

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