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Dahlhausen. Einmal
jährlich wird Dahlhausen zum Mekka für selbsternannte Elefanten. Sie treten
nicht einzeln, sondern gleich in Rudeln auf. In diesem Jahr wurden mehr
Dickhäuter denn je im Ruhrtal gesichtet. Sind sonst die großen Ohren die
Erkennungsmerkmale der Rüsseltiere, fallen die Bochumer Elefanten eher durch
seltsame Namen auf. Die männlichen Artgenossen nennen sich Pfingstochsen, Team
Titanic, Biber Jugend oder Water Kings. Bei den ElefantenInnen gehen Teams mit
verheißungsvollen Namen an den Start, wie Ruhr-Nymphen, Flotte Garnelen, Wilde
Hühner, Rote Zora oder gar Saitensprung, allerdings mit ai geschrieben,
um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen. Aufgebrachte Ehemänner können
sich also ganz schnell wieder beruhigen. Egal ob männlich oder weiblich, für
alle Teams galten die gleichen Anforderungen. Sie mussten mit größtmöglichem
Tempo 300 Meter in Sechser-Canadiern flussaufwärts paddeln. Eine Aufgabe, die zu
meistern sein sollte, wenn man ausgeruht an den Start geht. Wer allerdings, wie
TV-Polizist Thorsten (Toto) Heim die ganze Nacht auf den Beinen war, hatte es
ungleich schwerer: „Ich habe immer solch ein Glück, von der Nachtschicht gleich
zum Elefantenrennen und dann noch in der ersten Startgruppe“, haderte der
sympathische Darsteller aus der Serie „Toto und Harry“ mit der für ihn
unglücklichen Terminfolge. Im Nachhinein war er froh, so früh an den Start
gegangen zu sein. Denn die Männerrennen der Vorrunde liefen noch bei guten
Wetterbedingungen ab. Danach trieb der Wind immer wieder dunkle Wolken durch das
Ruhrtal und pünktlich zu den Damen-Rennen öffnete Petrus die Schleusen. Mit der
Gemütlichkeit war es erst mal vorbei. Der guten Stimmung des parallel
stattfindenden LDKC-Sommerfestes tat der Regen keinen Abbruch. Glücksrad,
Hüpfburg, Tombola, Flohmarkt und Zaubertricks sorgten für Kurzweil auch bei
schauerartigen Regenfällen. Die vielen Ehrenamtlichen des LDKC hatten sich
wieder größte Mühe gegeben.
Der Kanusport erfreute
sich in den 60er und 70er Jahren großer Beliebtheit. Danach ebbte die
Freude am Wasserwandern etwas ab. Seit 20 Jahren veranstaltet der LDKC
das Elefantenrennen und bringt damit den Sport einem neuen Publikum
nahe. Mit der Neuentdeckung des Nahtourismus im Ruhrtal und dem Bau
von Bootsrutschen sowie neuen Stegen ist die Zahl der Wasserfreunde
spürbar gestiegen.
Wie schon im Vorjahr wurde auch diesmal wieder an zwei Tagen gestartet, denn das
Teilnehmerfeld hatte sich von zuletzt 35 auf diesmal 55 Mannschaften vergrößert.
Das Wetter wurde am Sonntag nicht besser, dafür blieb aber die Stimmung gut.
„Bei den Temperaturen könnte ich eine Rheumadecke im Boot gebrauchen“, scherzte
ein Teilnehmer des Pfingstochsenteams. Was sollten da erst die Ruhrnymphen
sagen? Sie starteten in luftigen Tüllröcken und mussten auch den Regen ertragen.
Es gingen nur Teams an den Start, deren Mitglieder keinem Kanuverein angehören.
Den Spitzenleistungen der Sportler stand eine Spitzentechnik gegenüber. Im
Zielbereich wurde mit einer Videokamera, die Ankunft der Teams gefilmt und die
Ergebnisse so exakt ermittelt. Gewonnen haben bei den Männern das Blubb-Team vor
der Dr.-C.-Otto-Mannschaft und den Dahlsen Water-Kings. Bei den Damen war
ebenfalls das Blubb-Team erfolgreich, dicht gefolgt von der Vorjahressiegern,
den Lewacker-Girls. Den dritten Platz belegten die Ruhr-Nymphen.
Hartmut Claes
Mit freundlicher Genehmigung der
WAZ-Stadtteilredaktion Bochum.
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Fotos: Hartmut Claes |