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Elefantenrennen 2006

Fotofinish an der Ruhr

   

Dahlhausen. Einmal jährlich wird Dahlhausen zum Mekka für selbsternannte Elefanten. Sie treten nicht einzeln, sondern gleich in Rudeln auf. In diesem Jahr wurden mehr Dickhäuter denn je im Ruhrtal gesichtet. Sind sonst die großen Ohren die Erkennungsmerkmale der Rüsseltiere, fallen die Bochumer Elefanten eher durch seltsame Namen auf. Die männlichen Artgenossen nennen sich Pfingstochsen, Team Titanic, Biber Jugend oder Water Kings. Bei den ElefantenInnen gehen Teams mit verheißungsvollen Namen an den Start, wie Ruhr-Nymphen, Flotte Garnelen, Wilde Hühner, Rote Zora oder gar Saitensprung, allerdings mit ai geschrieben, um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen. Aufgebrachte Ehemänner können sich also ganz schnell wieder beruhigen. Egal ob männlich oder weiblich, für alle Teams galten die gleichen Anforderungen. Sie mussten mit größtmöglichem Tempo 300 Meter in Sechser-Canadiern flussaufwärts paddeln. Eine Aufgabe, die zu meistern sein sollte, wenn man ausgeruht an den Start geht. Wer allerdings, wie TV-Polizist Thorsten (Toto) Heim die ganze Nacht auf den Beinen war, hatte es ungleich schwerer: „Ich habe immer solch ein Glück, von der Nachtschicht gleich zum Elefantenrennen und dann noch in der ersten Startgruppe“, haderte der sympathische Darsteller aus der Serie „Toto und Harry“ mit der für ihn unglücklichen Terminfolge. Im Nachhinein war er froh, so früh an den Start gegangen zu sein. Denn die Männerrennen der Vorrunde liefen noch bei guten Wetterbedingungen ab. Danach trieb der Wind immer wieder dunkle Wolken durch das Ruhrtal und pünktlich zu den Damen-Rennen öffnete Petrus die Schleusen. Mit der Gemütlichkeit war es erst mal vorbei. Der guten Stimmung des parallel stattfindenden LDKC-Sommerfestes tat der Regen keinen Abbruch. Glücksrad, Hüpfburg, Tombola, Flohmarkt und Zaubertricks sorgten für Kurzweil auch bei schauerartigen Regenfällen. Die vielen Ehrenamtlichen des LDKC hatten sich wieder größte Mühe gegeben.

Der Kanusport erfreute sich in den 60er und 70er Jahren großer Beliebtheit. Danach ebbte die Freude am Wasserwandern etwas ab. Seit 20 Jahren veranstaltet der LDKC das Elefantenrennen und bringt damit den Sport einem neuen Publikum nahe. Mit der Neuentdeckung des Nahtourismus im Ruhrtal und dem Bau von Bootsrutschen sowie neuen Stegen ist die Zahl der Wasserfreunde spürbar gestiegen.

Wie schon im Vorjahr wurde auch diesmal wieder an zwei Tagen gestartet, denn das Teilnehmerfeld hatte sich von zuletzt 35 auf diesmal 55 Mannschaften vergrößert. Das Wetter wurde am Sonntag nicht besser, dafür blieb aber die Stimmung gut. „Bei den Temperaturen könnte ich eine Rheumadecke im Boot gebrauchen“, scherzte ein Teilnehmer des Pfingstochsenteams. Was sollten da erst die Ruhrnymphen sagen? Sie starteten in luftigen Tüllröcken und mussten auch den Regen ertragen. Es gingen nur Teams an den Start, deren Mitglieder keinem Kanuverein angehören. Den Spitzenleistungen der Sportler stand eine Spitzentechnik gegenüber. Im Zielbereich wurde mit einer Videokamera, die Ankunft der Teams gefilmt und die Ergebnisse so exakt ermittelt. Gewonnen haben bei den Männern das Blubb-Team vor der Dr.-C.-Otto-Mannschaft und den Dahlsen Water-Kings. Bei den Damen war ebenfalls das Blubb-Team erfolgreich, dicht gefolgt von der Vorjahressiegern, den Lewacker-Girls. Den dritten Platz belegten die Ruhr-Nymphen.

Hartmut Claes

Mit freundlicher Genehmigung der WAZ-Stadtteilredaktion Bochum.
 

Fotos: Hartmut Claes

Weitere Informationen unter: www.ldkc.eu

 

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