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Tiefpunkt erreicht

Warten, bis der Bahnhof brennt?

 


Reste einer Schaufensterpuppe, mit der früher historische Eisenbahneruniformen ausgestellt wurden. Der Kopf hängt in der zerstörten Glasvitrine.

 

Dahlhausen. Der Dahlhauser Bahnhof hat den vorläufigen Tiefpunkt in seiner rund neunzigjährigen Geschichte erreicht. Die rückwärtigen Fenster standen seit Monaten offen. Niemand schritt ein. Jetzt haben Einbrecher ganze Sache gemacht und sind in die historische Schalterhalle eingedrungen.

Als „Vandalismus pur“ bezeichnet POR-Dahlhausen-Vorsitzender Joachim Berndt das, was sich ihm am Donnerstag bei einer Ortsbegehung bot. Gesplitterte Scheiben und verwüstete Räume. Vor ihm waren schon die Mitarbeiter des Eisenbahnmuseums in den Hallen und haben gerettet, was noch zu retten war. Die alte Modelleisenbahn und die Fahrkartenautomaten sind in Sicherheit gebracht worden. Nach und nach wollen sie jetzt weitere kostbare Unikate schützen.

Joachim Berndt macht aus seiner Wut und Verzweifelung keinen Hehl: „Wie oft habe ich die örtlichen Politiker angesprochen und auf die Verwahrlosung des historischen Bahnhofs hingewiesen. Wohlwollende Worte hat es viele gegeben, passiert ist nichts.“ Bereits im Januar hatte sich Ratsherr Manfred Wittmann eingeschaltet. Während des Gesundheitsmarktes im Mai waren deutliche Einbruchsspuren auf der Rückseite des Bahnhofs sichtbar. Polizei und Ordnungsamt waren vor Ort. Dennoch konnte der Besitzer der Immobilie nicht dazu bewegt werden, sein Objekt zu sichern. Deshalb ist der rasante Verfall des Dahlhauser Aushängeschildes für Berndt keine Überraschung. „Jetzt fehlt nur noch, dass die Hütte abbrennt. Vielleicht geht dann einigen ein Licht auf“.

Text & Bild: Hartmut Claes
Mit freundlicher Genehmigung der WAZ-Stadtteilredaktion Bochum.

 

 

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