„Wohin
bitte“, fragten sich einige erstaunte Besucher. Bezirksbürgermeisterin Doris
Erdmann konnte schnell aufklären. Das idyllische Waldstück zwischen Am Ruhrort
in Dahlhausen und der Scharpenseelstraße in Oberdahlhausen ist nur wenigen
außerhalb des Stadtteils bekannt.
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Der Wald in Bochum besteht
zum überwiegenden Teil aus Laubbäumen. Die Buche nimmt mit 55 % den ersten
Platz ein. Eine 40 Meter hohe und 200 Jahre alte Rotbuche trägt etwa
200.000 Blätter, die eine Fläche von 1.200 qm ausmachen. Die Ökobilanz
eines solchen grünen Riesen fällt mit 5 Kg Sauerstoff oder 20 Kubikmeter
reiner Luft überaus positiv aus. |
Von den
knapp 30 Gästen wird niemand sein Kommen bereut haben. Auf gut begehbaren
Waldwegen führte Stadtförster Marcel Möller die Besucher durch die tief
verschneite Winterlandschaft. „Ich fühle mich fast wie zu Hause“, erzählte der
aus dem Harz stammende Forstmann. Wie im Vorjahr, so hatte er sich auch diesmal
mit der Auswahl der Strecke viel Mühe gegeben.
Beim
ersten Halt konnten die Besucher den sogenannten Marterpfahl im Wald bestaunen.
Eine riesige Buche wurde beim Fällen nicht in Bodennähe abgesägt sondern knapp
unterhalb der Krone. Stehen geblieben ist ein toter Pfahl, in dem sich jetzt
Insekten und Pilze ein schönes Leben machen. Durch die weggeschnittene Krone
fällt wie erhofft viel Licht auf dem Waldboden. In der Folge haben sich flugs
neue Sträucher und kleine Bäume von allein angepflanzt.
Weiter geht
es entlang einer Siedlung. Hier weist Möller auf die Sünden der Vergangenheit
hin. Damals wurden die Waldbäume dicht an die Grundstücksgrenzen der
Einfamilienhäuser gesetzt. Wie im Hedtberg spüren die Forstleute heute den Unmut
der Anwohner. In der laublosen Zeit, wie jetzt im Winter wird mit der
Durchforstung des Altbestandes begonnen. Mit roten und weißen Bändern hat Möller
einige Bäume in der Nähe der Trakehner Siedlung gekennzeichnet. Rot heißt
Fällen, Bäume mit weißen Bändern dürfen stehen bleiben. Erwartungsgemäß
setzte hier der Protest der mitwandernden Gäste ein. „Warum wird mitten im Wald
ein gesunder Baum gefällt“, fragt ein verständnisloser Gast.
Die
Antwort von Möller ist ebenso kurz wie plausibel. „Damit der Wald sich entfalten
kann, müssen die sogenannten Bedränger entfernt werden. Nur die Bäume, die eine
großen Krone bilden können, entfalten auch kräftige Wurzeln“, erläutert der
Forstmann und verweist gleich auf die Schäden des damaligen Sturmtiefs Kyrill.
Im Hedtberg standen auch die Buchen viel zu dicht beisammen. Die Folge war, dass
fast der gesamte Baumbestand dem Sturm zum Opfer fiel.
Auf
Nachfrage gab Möller dann auch bekannt, dass noch in diesem Jahr mit dem
Wegeneubau im Hedtberg begonnen wird. „Die Ausschreibungen sind schon erfolgt.
Im Februar werden die Aufträge erteilt und im Sommer, so hoffen wir, sind die
Wege fertig.“
Zu
den angeblichen Giftködern im Weitmarer Holz, denen schon mehrere Hunde zum
Opfer gefallen sein sollen, konnte Möller nichts sagen. „Das ist mir neu, davon
habe ich nichts gehört. Die Stadt Bochum legt keine Köder aus und wenn, dann
würde die Bevölkerung umfassend informiert“, verspricht der Stadtförster.
Nach einer
Stunde war die lehrreiche Waldführung beendet. Am Ausgangspunkt konnten sich die
Naturfreunde mit heißem Tee und warmer Suppe an einem zünftigen Holzfeuer
stärken.
Text & Bild: Hartmut Claes
Mit freundlicher Genehmigung der WAZ-Stadtteilredaktion Bochum.