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Aktuell im Stadtteil - 16.01.2009

 

Winterliche Waldwanderung

Mit Stadtförster Möller durchs "Hörster Holz"

 

 

Dahlhausen. Die geführte Waldwanderung der Bezirksvertretung Südwest hat inzwischen schon Tradition. Anders als in den Vorjahren ging es diesmal nicht ins Weitmarer Holz sondern ins Hörster Holz.

„Wohin bitte“, fragten sich einige erstaunte Besucher. Bezirksbürgermeisterin Doris Erdmann konnte schnell aufklären. Das idyllische Waldstück zwischen Am Ruhrort in Dahlhausen und der Scharpenseelstraße in Oberdahlhausen ist nur wenigen außerhalb des Stadtteils bekannt.

 

Der Wald in Bochum besteht zum überwiegenden Teil aus Laubbäumen. Die Buche nimmt mit 55 % den ersten Platz ein. Eine 40 Meter hohe und 200 Jahre alte Rotbuche  trägt etwa 200.000 Blätter, die eine Fläche von 1.200 qm ausmachen. Die Ökobilanz eines solchen grünen Riesen fällt mit 5 Kg Sauerstoff oder 20 Kubikmeter reiner Luft überaus positiv aus.

 

Von den knapp 30 Gästen wird niemand sein Kommen bereut haben. Auf gut begehbaren Waldwegen führte Stadtförster Marcel Möller  die Besucher durch die tief verschneite Winterlandschaft. „Ich fühle mich fast wie zu Hause“, erzählte der aus dem Harz stammende Forstmann. Wie im Vorjahr, so hatte er sich auch diesmal mit der Auswahl der Strecke viel Mühe gegeben.

Beim ersten Halt konnten die Besucher den sogenannten Marterpfahl im Wald bestaunen. Eine riesige Buche wurde beim Fällen nicht in Bodennähe abgesägt sondern knapp unterhalb der Krone. Stehen geblieben ist ein  toter Pfahl, in dem sich jetzt Insekten und Pilze ein schönes Leben machen. Durch die weggeschnittene Krone fällt wie erhofft viel Licht auf dem Waldboden. In der Folge haben sich flugs neue Sträucher und kleine Bäume von allein angepflanzt.

Weiter geht es entlang einer Siedlung. Hier weist Möller auf die Sünden der Vergangenheit hin. Damals wurden die Waldbäume dicht an die Grundstücksgrenzen der Einfamilienhäuser gesetzt. Wie im Hedtberg spüren die Forstleute heute den Unmut der Anwohner. In der laublosen Zeit, wie jetzt im Winter wird mit der Durchforstung des Altbestandes begonnen. Mit roten und weißen Bändern hat Möller einige Bäume in der Nähe der Trakehner Siedlung gekennzeichnet. Rot heißt Fällen, Bäume mit weißen Bändern dürfen stehen bleiben.  Erwartungsgemäß setzte hier der Protest der mitwandernden Gäste ein. „Warum wird mitten im Wald ein gesunder Baum gefällt“, fragt ein verständnisloser Gast.

Die Antwort von Möller ist ebenso kurz wie plausibel. „Damit der Wald sich entfalten kann, müssen die sogenannten Bedränger entfernt werden. Nur die Bäume, die eine großen Krone bilden können, entfalten auch kräftige Wurzeln“, erläutert der Forstmann und verweist gleich auf die Schäden des damaligen Sturmtiefs Kyrill. Im Hedtberg standen auch die Buchen viel zu dicht beisammen. Die Folge war, dass fast der gesamte Baumbestand dem Sturm zum Opfer fiel.

Auf Nachfrage gab Möller dann auch bekannt, dass noch in diesem Jahr mit dem Wegeneubau im Hedtberg begonnen wird. „Die Ausschreibungen sind schon erfolgt. Im Februar werden die Aufträge erteilt und im Sommer, so hoffen wir, sind die Wege fertig.“ Zu den angeblichen Giftködern im Weitmarer Holz, denen schon mehrere Hunde zum Opfer gefallen sein sollen, konnte Möller nichts sagen. „Das ist mir neu, davon habe ich nichts gehört. Die Stadt Bochum legt keine Köder aus und wenn, dann würde die Bevölkerung umfassend informiert“, verspricht der Stadtförster.

Nach einer Stunde war die lehrreiche Waldführung beendet. Am Ausgangspunkt konnten sich die Naturfreunde mit heißem Tee und warmer Suppe an einem zünftigen Holzfeuer stärken.

 

 

Text & Bild: Hartmut Claes
Mit freundlicher Genehmigung der WAZ-Stadtteilredaktion Bochum.

 

 

 

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