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Dahlhausen. Egal ob bei
Alt oder Jung, am Sonntagabend wippten die Knie und schnipsten die Finger im
Takt. Pro Dahlhausen hatte zu einem außergewöhnlichen Konzert vor historischer
Kulisse im alten Bahnhof eingeladen. Jazz, Bossa, Swing und Latin wurden als
Musikrichtungen präsentiert. Den rund 80 Besuchern wurden für fünf Euro
Eintrittsgeld fast zwei Stunden Kurzweil und anspruchsvolle Unterhaltung
geboten. Im Wechsel spielten die Essener Jazzband „Mas Que Nada“ und das
Saxophonquartett „Blech und Schwefel“.
Helga
Brüx, Leadsängerin der Jazzband war zufrieden, dass sich mit den vielen
Besuchern auch die Akustik verbesserte. „Bei den Proben waren wir noch sehr
skeptisch. Die alte Schalterhalle klang zu hohl und hallig.“ Mit dem guten
Besuch war auch Ulrich Brameyer aus Langendreer zufrieden. Sein Saxophonensemble
kam mit der Akustik bestens zurecht. „Für uns ist es wichtig, dass wir uns
selbst hören, darum stellen sich Saxophonspieler immer im Halbkreis auf. Wenn
dann noch der Sound wie in der Schalterhalle wieder zurück kommt, sind wir
froh.“ Nicht nur der Klang kam zurück sondern auch der Funke sprang über.
Melodien
von George Gershwin, Glenn Miller und anderen Musikgrößen waren bestens bekannt
und wurden mit viel Applaus begleitet. Von Gershwin und Miller hatten Katharina
Hoeland (7) und Sonja Witte (8) noch nicht viel gehört. Sie waren dafür um so
mehr begeistert, als das wuchtige Bariton-Saxophon zu einem Solo ansetzte. Das
Stück hatten die beiden schon nach wenigen Noten erkannt: Es war die Melodie
aus „Der rosarote Panther“. Neben der Bühne stand aus Opas Zeiten ein alter
Süßigkeitenspender, aus dem einst Karamellbonbons gezogen wurden.
„Orion-Automat“ stand auf dem Gerät. „Das passt ja wunderbar“, bemerkte eine
aufmerksame Zuhörerin, als das Saxophonquartett die Hymne aus dem „Raumschiff
Orion“ schmetterte.
Das Saxophon wurde 1870 von dem
Belgier Antoine Joseph Sax entwickelt. Ursprünglich war es als Militärinstrument
gedacht, weil es den Vorteil bot, auch bei Regen eingesetzt werden zu können.
Das Blasinstrument besteht aus einem Blechkörper, Mundstück und Klappensystem.
Heute wird es verstärkt in der Jazzmusik genutzt.
Für die Gruppe „Blech und
Schwefel“ war es übrigens ein schönes Wiedersehen im Bochumer Südwesten. „Vor
zehn Jahren suchten wir unmittelbar nach der Bandgründung einen Proberaum. In
der Schrebergartensiedlung an der Hilligenstraße wurden wir damals fündig“,
erzählt Bandleader Ulrich Brameyer aus Langendreer mit Hinweis auf die
Akzeptanzprobleme, die eine laut probende Saxophoncombo zwangsläufig immer hat.
Probleme
gab es für Pro Dahlhausen als Veranstalter überhaupt keine. Im Gegenteil,
Rosemarie Holler war sichtlich zufrieden: „Wir freuen uns über die tolle
Resonanz. Der Anfang ist gemacht“. Mit ihrem kurzen Fazit ließ sie erkennen,
dass weitere Konzerte dieser Art folgen sollen. Musikfreunde und
Kulturinteressierte werden es Pro Dahlhausen danken.
Text & Fotos: Hartmut Claes
Mit freundlicher Genehmigung der WAZ-Stadtteilredaktion Bochum.
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