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Bahnhof Dahlhausen

 

Saxophonklänge im Alten Bahnhof

Aufgeführt im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Dahlhauser Sommer 2006"


 

Dahlhausen. Egal ob bei Alt oder Jung, am Sonntagabend wippten die Knie und schnipsten die Finger im Takt. Pro Dahlhausen hatte zu einem außergewöhnlichen Konzert vor historischer Kulisse im alten Bahnhof eingeladen. Jazz, Bossa, Swing und Latin wurden als Musikrichtungen präsentiert. Den rund 80 Besuchern wurden für fünf Euro Eintrittsgeld fast zwei Stunden Kurzweil und anspruchsvolle Unterhaltung geboten. Im Wechsel spielten die Essener Jazzband „Mas Que Nada“ und das Saxophonquartett „Blech und Schwefel“. Helga Brüx, Leadsängerin der Jazzband war zufrieden, dass sich mit den vielen Besuchern auch die Akustik verbesserte. „Bei den Proben waren wir noch sehr skeptisch. Die alte Schalterhalle klang zu hohl und hallig.“ Mit dem guten Besuch war auch Ulrich Brameyer aus Langendreer zufrieden. Sein Saxophonensemble kam mit der Akustik bestens zurecht. „Für uns ist es wichtig, dass wir uns selbst hören, darum stellen sich Saxophonspieler immer im Halbkreis auf. Wenn dann noch der Sound wie in der Schalterhalle wieder zurück kommt, sind wir froh.“ Nicht nur der Klang kam zurück sondern auch der Funke sprang über. Melodien von George Gershwin, Glenn Miller und anderen Musikgrößen waren bestens bekannt und wurden mit viel Applaus begleitet. Von Gershwin und Miller hatten Katharina Hoeland (7) und Sonja Witte (8) noch nicht viel gehört. Sie waren dafür um so mehr begeistert, als das wuchtige Bariton-Saxophon zu einem Solo ansetzte.  Das Stück hatten die beiden schon nach wenigen Noten  erkannt: Es war die Melodie aus „Der rosarote Panther“. Neben der Bühne stand aus Opas Zeiten ein alter Süßigkeitenspender, aus dem einst Karamellbonbons gezogen wurden. „Orion-Automat“ stand auf dem Gerät. „Das passt ja wunderbar“, bemerkte eine aufmerksame Zuhörerin,  als das Saxophonquartett die Hymne aus dem „Raumschiff Orion“ schmetterte.

Das Saxophon wurde 1870 von dem Belgier Antoine Joseph Sax entwickelt. Ursprünglich war es als Militärinstrument gedacht, weil es den Vorteil bot, auch bei Regen eingesetzt werden zu können. Das Blasinstrument besteht aus einem Blechkörper, Mundstück und Klappensystem. Heute wird es verstärkt in der Jazzmusik genutzt.

Für die Gruppe „Blech und Schwefel“ war es übrigens ein schönes Wiedersehen im Bochumer Südwesten. „Vor zehn Jahren suchten wir unmittelbar nach der Bandgründung einen Proberaum. In der Schrebergartensiedlung an der Hilligenstraße wurden wir damals fündig“, erzählt Bandleader Ulrich Brameyer aus Langendreer mit Hinweis auf die Akzeptanzprobleme, die eine laut probende Saxophoncombo zwangsläufig immer hat.

Probleme gab es für Pro Dahlhausen als Veranstalter überhaupt keine. Im Gegenteil, Rosemarie Holler war sichtlich zufrieden: „Wir freuen uns über die tolle Resonanz. Der Anfang ist gemacht“. Mit ihrem  kurzen Fazit ließ sie erkennen, dass weitere Konzerte dieser Art folgen sollen. Musikfreunde und Kulturinteressierte werden es Pro Dahlhausen danken.

Text & Fotos: Hartmut Claes
Mit freundlicher Genehmigung der WAZ-Stadtteilredaktion Bochum.

 

 

 

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