Nach oben
Hofmusik
"Ruhri"-Lesung
Mas Que Nada
Adventskonzert
Quartett "Vallvisa"
Hottenlotten
Tango Argentino
Wilde Hummel
Rollin' Blues Boys
Jazz & Rock
Byrd-Ensemble
"2 in One"
"2nd Spring"
Jazzkonzert 

 

Bahnhof Dahlhausen

 

Madrigale der Renaissance

mit dem

William Byrd-Ensemble

und dem

Van Aldeneyck Flötenensemble


am Sonntag, den 06. Mai 2007
im historischen Bahnhof

Programmablauf als PDF

 


Foto: Tanja Grewing

 

Unter der Leitung von Siegfried Kühbacher fand im historischen Bahnhof ein Madrigalkonzert mit dem Byrd-Ensemble statt. Für die instrumentale Überleitung zwischen den Madrigalblöcken sorgte das Van Aldeneyck Flötenensemble.

Das Konzert gab einen weiten Überblick über das Madrigalschaffen von weniger bekannten und vielen namhaften Komponisten der Zeit aus verschiedenen Ländern. Vom Tanz- und Trinklied über schnatternde Weiber und anderes "Getier" bis hin zur Todestrauer war alles vertreten.

 

 

~ Hören Sie ein Beispiel ~

 

"Was ist ein Madrigal?"

Eine kurze Einführung von
Siegfried Kühbacher

Bei Madrigalen handelt es sich ursprünglich um eine bestimmte Art von Gedichten. Allerdings wird auch die Vertonung dieser Texte bald als Madrigal bezeichnet. Das geschieht zunächst ab dem 13. Jahrhundert in Italien. Das so genannte "Trecento-Madrigal" ist ein Resultat der Weiterentwicklung der frühen Mehrstimmigkeit und hält sich bis ins 15. Jahrhundert.

Die Madrigale, die Sie hören werden, haben musikalisch mit dieser Urform des Madrigals jedoch nur wenig zu tun. Es handelt sich um eine zweite Ausprägung des Madrigals, die sich im frühen 16. Jahrhundert wiederum in Italien entwickelt. Sie hält sich bis ins 17. Jahrhundert und breitet sich bald über die Landesgrenzen hinaus nach ganz Europa aus und beeinflusst schnell andere „landestypische“ Gattungen wie Chanson, Ayre und Lied.

Insgesamt ist das Madrigal des 16/17. Jahrhunderts eine sehr vielfältige Gattung, deren Eigenarten zu beschreiben nicht in zwei Sätzen möglich ist.

Die Texte, die inhaltlich ursprünglich pastoral waren, befassen sich beim „neuen“ Madrigal mit weltlichen Themen; hauptsächlich handelt es sich um Liebesgedichte jeder Art, egal ob glücklich oder verschmäht, die hochstilisiert sind und den manieristischen Tendenzen der Zeit entsprechen. Allerdings finden zunehmend satirische und humoristische Inhalte Eingang. Die Texte unterliegen formal keinerlei Regeln, die den Aufbau bestimmen. Von einstrophig bis mehrstrophig ist alles vertreten, ebenso sind die verschiedensten Reimformen und Metren möglich.

In dieser Freiheit der Texte begründet sich demnach auch die Formanvielfalt der Kompositionen. Die im Trecento-Madrigal vorherrschende Form von aneinandergereihten Strophen, die durch ein kurzes Ritornell – eine Art Refrain – unterbrochen werden, ist noch genauso vertreten wie durchkomponierte Stücke, die in normalerweise klar von einander trennbaren Abschnitten die verschiedenen Aussagen des Textes vertonen. Hierin liegt im übrigen eins der wichtigsten Ziele der Komponisten der Zeit. Die Textausdeutung – bis hin zur Ausdeutung einzelner Wörter – durch kleinste musikalische Motive hat in der damaligen Zeit oberste Priorität. Und so wird z.B. jeder Schmerz, jedes Leiden durch musikalische Mittel wie Seufzermotive und mehr oder weniger ausgeprägte Chromatik (das heißt Aneinanderreihung von Halbtonschritten) direkt dargestellt. Ebenso ist es natürlich möglich Freude, Aufregung, Liebe und sogar Geräusche darzustellen. Instrumente wie beispielsweise die Laute werden nachgeahmt und erklingen häufig in den angesprochenen Ritornellen.

~

 


 


 

 

[ Impressum ] [ Kontakt ] [ Startseite ] [Zurück] [Nach oben] [Weiter]