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Bahnhof Dahlhausen

 

Impro-Theater im Dahlhauser Bahnhof

Ein Krimiabend am 29. August 2009
mit den „Hottenlotten

 



Das Publikum spielt mit

 

Dahlhausen. Nach mehreren Rockkonzerten, Autorenlesungen und Tangodarbietungen hatte jetzt der Verein Pro-Dahlhausen zu einem Abend mit Improvisationstheater in den Bahnhof geladen. Rund 60 Gäste hatten den Weg ins historische Bahnhofsgebäude gefunden, um die „Hottenlotten” aus Stahlhausen (Thealozzi-Theater) zu erleben.

In seiner Begrüßungsrede sprach Pro-Dahlhausen-Vorsitzender Joachim Berndt von einer „Übergangsveranstaltung”. Gemeint waren die neuen, bis dato noch nicht ganz geklärten Besitzverhältnisse. Der gemeinnützige Essener Verein „prokulturgut.net” hatte den Bahnhof kürzlich ersteigert. Den endgültigen Zuschlag erhielt er aber erst vor wenigen Tagen. Das kollektive Daumendrücken, zu dem Joachim Berndt aufgefordert hatte, wurde also belohnt. „Damit ist wohl klar, dass es auch zukünftig hochwertige Kulturveranstaltungen in dem 1916 gebauten Bahnhofsgebäude geben wird”, freut sich Berndt.

Der Abend selbst bot drei Stunden Kurzweil und Spannung. Was genau passiert, wissen zu Beginn des Stücks weder die Schauspieler noch das Publikum ganz genau. Genau das ist aber Improvisationstheater. Aber, warum bitte „Hottenlotten”? Das Ensemble heißt deshalb so, weil sich die Gründungsmitglieder 1992 nahe dem Bochumer Lottental in einer Studenten-WG zusammenfanden.

Die Handlung in ihrem Krimi bestimmen die 60 Zuschauer in der alten Schalterhalle spontan und per Zuruf. „Beim Improvisationstheater haben die Zuschauer einen großen Einfluss auf das Geschehen”, erläutert Barbara Kochanowicz, Kulturbeauftragte bei Pro-Dahlhausen. Dass in Dahlhausen der Mord in den nebligen Ruhrwiesen passieren musste, war keine Überraschung. Schon eher, dass die Zuschauer den Kommissar „Arthur” tauften. „Arthur ist neu, so hieß ich noch nie”, verriet André Dinther. Danach musste er nicht nur zugerufene Begriffe in sein Stück einbauen, sondern Requisiten einflechten, die ihm auf die Bühne geworfen wurden. Die Zuschauer hatten ihre Freude, als nacheinander eine Weihnachtsmannmaske oder ein Kopfquirl (Massagegerät) nach vorne flogen.

„Entscheidend fürs Improvisationstheater ist der direkte Kontakt zwischen Bühne und Publikum. Da findet zwischen den beiden sehr viel Austausch statt”, erklärt Barbara Kochanowicz. „Besonders talentierte Gäste werden anschließend noch geehrt. Die mit dem richtigen Mördertipp werden dann auf die Bühne gerufen”, freute sich Kochanowicz über einen gelungenen Abend.

„In der Pause ist kaum ein Zuschauer gegangen, alle sind bis zum Schluss geblieben”, wertet sie das lange Ausharren der Besucher als Indiz für eine große Zuschauerzufriedenheit.

 

Text & Fotos: Hartmut Claes/WAZ

Mit freundlicher Genehmigung der WAZ-Stadtteilredaktion Bochum.

 

 

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