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Das Publikum spielt mit
Dahlhausen. Nach
mehreren Rockkonzerten, Autorenlesungen und Tangodarbietungen hatte jetzt der
Verein Pro-Dahlhausen zu einem Abend mit Improvisationstheater in den Bahnhof
geladen. Rund 60 Gäste hatten den Weg ins historische Bahnhofsgebäude gefunden,
um die „Hottenlotten” aus Stahlhausen (Thealozzi-Theater) zu erleben.
In seiner Begrüßungsrede
sprach Pro-Dahlhausen-Vorsitzender Joachim Berndt von einer
„Übergangsveranstaltung”. Gemeint waren die neuen, bis dato noch nicht ganz
geklärten Besitzverhältnisse. Der gemeinnützige Essener Verein „prokulturgut.net”
hatte den Bahnhof kürzlich ersteigert. Den endgültigen Zuschlag erhielt er aber
erst vor wenigen Tagen. Das kollektive Daumendrücken, zu dem Joachim Berndt
aufgefordert hatte, wurde also belohnt. „Damit ist wohl klar, dass es auch
zukünftig hochwertige Kulturveranstaltungen in dem 1916 gebauten Bahnhofsgebäude
geben wird”, freut sich Berndt.
Der
Abend selbst bot drei Stunden Kurzweil und Spannung. Was genau passiert, wissen
zu Beginn des Stücks weder die Schauspieler noch das Publikum ganz genau. Genau
das ist aber Improvisationstheater. Aber, warum bitte „Hottenlotten”? Das
Ensemble heißt deshalb so, weil sich die Gründungsmitglieder 1992 nahe dem
Bochumer Lottental in einer Studenten-WG zusammenfanden.
Die
Handlung in ihrem Krimi bestimmen die 60 Zuschauer in der alten Schalterhalle
spontan und per Zuruf. „Beim Improvisationstheater haben die Zuschauer einen
großen Einfluss auf das Geschehen”, erläutert Barbara Kochanowicz,
Kulturbeauftragte bei Pro-Dahlhausen. Dass in Dahlhausen der Mord in den
nebligen Ruhrwiesen passieren musste, war keine Überraschung. Schon eher, dass
die Zuschauer den Kommissar „Arthur” tauften. „Arthur ist neu, so hieß ich noch
nie”, verriet André Dinther. Danach musste er nicht nur zugerufene Begriffe in
sein Stück einbauen, sondern Requisiten einflechten, die ihm auf die Bühne
geworfen wurden. Die Zuschauer hatten ihre Freude, als nacheinander eine
Weihnachtsmannmaske oder ein Kopfquirl (Massagegerät) nach vorne flogen.
„Entscheidend
fürs Improvisationstheater ist der direkte Kontakt zwischen Bühne und Publikum.
Da findet zwischen den beiden sehr viel Austausch statt”, erklärt Barbara
Kochanowicz. „Besonders talentierte Gäste werden anschließend noch geehrt. Die
mit dem richtigen Mördertipp werden dann auf die Bühne gerufen”, freute sich
Kochanowicz über einen gelungenen Abend.
„In der Pause ist kaum ein
Zuschauer gegangen, alle sind bis zum Schluss geblieben”, wertet sie das lange
Ausharren der Besucher als Indiz für eine große Zuschauerzufriedenheit.
Text & Fotos: Hartmut Claes/WAZ
Mit freundlicher Genehmigung der WAZ-Stadtteilredaktion Bochum.
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