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Bahnhof Dahlhausen

 

Tango Argentino

am 21. Juni 2009
mit Sonnica Yepes und dem Trio "Maldito Tango"

 


 

Dahlhausen. „Tango und Dahlhausen. Ob das wohl zusammen passt?“ Solche Zweifel waren vor der neuerlichen Kulturveranstaltung im Dahlhauser Bahnhof zu hören. Die Skeptiker sahen sich getäuscht. Rund 80 Gäste fanden den Weg in das historische Bahnhofsgebäude und waren von dem Ambiente restlos begeistert.

Der Verein Pro-Dahlhausen wurde seinem eigenen Anspruch, generationenübergreifende Kultur zu bieten, vollends gerecht. Während in der Vergangenheit mehrere Rockgruppen ihre Verstärker aufdrehten und damit eher das jüngere Publikum ansprachen, fühlten sich im Mai die Kinder während der Aufführung des Puppentheaters „Wilde Hummel“ im Bahnhof wohl. Am letzten Sonntag war es dann die reifere Jugend, die bei Tangomusik ins Schwärmen geriet. Langanhaltender Applaus war ein untrügliches Indiz für die hohe Akzeptanz der Darbietung. 

Mit dem Musik-Trio „Maldito Tango“ hatte der Pro-Dahlhausen drei Künstler verpflichtet, die ihre Leidenschaft für die Tangomusik überzeugend darboten. Seit 1996 existiert das Trio, das in Dahlhausen leider ohne ihren Violinisten antreten musste. Dieter Matschat am Bandoneon (Ziehharmonika) und Peter Brekau an der Gitarre spielten jeder für sich virtuos und waren perfekt im Zusammenspiel. Verstärkt wurden die beiden durch die Sängerin Sonnica Yepes, die den Abend im Bahnhof erst zu einem echten Erlebnis machte. Das Repertoire des Tango-Trios reicht von der Musik der Guardia Vieja, Tangomusik zu Beginn des 20. Jahrhunderts, bis hin zum Tango Nuevo, der Musik von Astor Piazolla und eigenen Kompositionen.

 

Die Wurzeln des Tango finden sich um die Mitte des 19. Jahrhunderts in Argentinien. Seinen ehemals fröhlichen Grundgedanken verlor der Tango, als er die armen Vorstädte Bunenos Aires´ erreichte. Die zerstörten Hoffnungen europäischer Einwanderer verliehen dem Tango den Klang der Melancholie und treffend skizzierte Enrique Santos Discépolo den Tango als "einen traurigen Gedanken den man tanzen kann".
Der Tango fand seine Heimat in den Elendsquartieren der Großstädte und in La Boca, dem Hafenviertel der Hauptstadt. Bürgerliche Schichten und die Eliten lehnten die Musik des sozialen Unterstandes ab. Das änderte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als der Tango von Paris aus seinen Siegeszug durch Europa antrat und als gesellschaftsfähig nach Argentinien zurückkehrte.

 

Dafür, dass es nicht bei der Musik allein blieb, sorgten einige tanzfreudige Gäste. Sie wechselten schnell ihr Schuhwerk und gleiteten dann ganz stilecht in lederbesohlten Tangoschuhen über das Parkett. 

Nach zwei Stunden ging ein glanzvoller Abend zu Ende. Schon im August steht ein weiteres Kulturereignis an. Am 29.08. gibt es „Mordart“, ein Improvisationstheater mit den Hottenlotten aus dem Thealozzi-Theater.

 

In Linden hat kürzlich die Tangoschule „La Boca“ eröffnet. Am Nehringskamp 1 kann der argentinische Tango erlernt werden. Infos unter Tel. 9490933 oder www.tangolaboca.de

 

 

Text & Fotos: Hartmut Claes/WAZ

Mit freundlicher Genehmigung der WAZ-Stadtteilredaktion Bochum.

 

 

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