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Dahlhausen.
„Tango und Dahlhausen. Ob das wohl zusammen
passt?“ Solche Zweifel waren vor der neuerlichen Kulturveranstaltung im
Dahlhauser Bahnhof zu hören. Die Skeptiker sahen sich getäuscht. Rund 80 Gäste
fanden den Weg in das historische Bahnhofsgebäude und waren von dem Ambiente
restlos begeistert.
Der
Verein Pro-Dahlhausen wurde seinem eigenen Anspruch, generationenübergreifende
Kultur zu bieten, vollends gerecht. Während in der Vergangenheit mehrere
Rockgruppen ihre Verstärker aufdrehten und damit eher das jüngere Publikum
ansprachen, fühlten sich im Mai die Kinder während der Aufführung des
Puppentheaters „Wilde Hummel“ im Bahnhof wohl. Am letzten Sonntag war es dann
die reifere Jugend, die bei Tangomusik ins Schwärmen geriet. Langanhaltender
Applaus war ein untrügliches Indiz für die hohe Akzeptanz der Darbietung.
Mit dem Musik-Trio „Maldito Tango“ hatte der Pro-Dahlhausen drei Künstler verpflichtet, die ihre Leidenschaft für die
Tangomusik überzeugend darboten. Seit 1996 existiert das Trio, das in Dahlhausen
leider ohne ihren Violinisten antreten musste.
Dieter
Matschat am Bandoneon (Ziehharmonika) und Peter Brekau an der Gitarre spielten
jeder für sich virtuos und waren perfekt im Zusammenspiel. Verstärkt wurden die
beiden durch die Sängerin Sonnica Yepes, die den Abend im Bahnhof erst zu einem
echten Erlebnis machte. Das Repertoire des Tango-Trios reicht von der Musik der
Guardia Vieja, Tangomusik zu Beginn des 20. Jahrhunderts, bis hin zum Tango
Nuevo, der Musik von Astor Piazolla und eigenen Kompositionen.
Die Wurzeln des Tango finden sich um die Mitte des 19. Jahrhunderts in
Argentinien. Seinen ehemals fröhlichen Grundgedanken verlor der Tango, als er
die armen Vorstädte Bunenos Aires´ erreichte.
Die zerstörten Hoffnungen europäischer Einwanderer verliehen dem Tango den Klang
der Melancholie und treffend skizzierte Enrique Santos Discépolo den Tango als
"einen traurigen Gedanken den man tanzen kann".
Der Tango fand seine Heimat in den Elendsquartieren der Großstädte und in La
Boca, dem Hafenviertel der Hauptstadt. Bürgerliche Schichten und die Eliten
lehnten die Musik des sozialen Unterstandes ab.
Das änderte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als der Tango von Paris aus
seinen Siegeszug durch Europa antrat und als gesellschaftsfähig nach Argentinien
zurückkehrte.
Dafür,
dass es nicht bei der Musik allein blieb, sorgten einige tanzfreudige Gäste. Sie
wechselten schnell ihr Schuhwerk und gleiteten dann ganz stilecht in
lederbesohlten Tangoschuhen über das Parkett.
Nach zwei Stunden ging ein
glanzvoller Abend zu Ende. Schon im August steht ein weiteres Kulturereignis an.
Am 29.08. gibt es „Mordart“, ein Improvisationstheater mit den Hottenlotten aus
dem Thealozzi-Theater.
In
Linden hat kürzlich die Tangoschule „La Boca“ eröffnet. Am Nehringskamp 1 kann
der argentinische Tango erlernt werden. Infos unter Tel. 9490933 oder
www.tangolaboca.de
Text & Fotos: Hartmut Claes/WAZ
Mit freundlicher Genehmigung der WAZ-Stadtteilredaktion Bochum.
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