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14. Dahlhauser Weihnachtsmarkt

 


 

Dahlhausen. Die Sorgenfalten im Gesicht von PRO-Dahlhausen-Geschäftsführer Joachim Walther waren am Sonntagmorgen nicht zu übersehen. Kräftige Regengüsse ließen die Erinnerungen an den letztjährigen Weihnachtsmarkt wieder wach werden. Damals hatte ein Sturmtief das Marktgeschehen vor dem historischen Bahnhof zum Abbruch gebracht.

In diesem Jahr hatten die Veranstalter etwas mehr Glück. Zwar wurden noch im Regen die Stände und Zelte aufgebaut, aber dann - pünktlich zum Start des Marktes - hellten sich nicht nur die dunklen Wolken auf, sondern auch die Mine von Joachim Walther. „Alle Mitarbeiter der teilnehmenden Stände waren erleichtert, als gleich zu Beginn um 11 Uhr die ersten zufriedenen Besucher in großer Zahl kamen“.

Und was sie zu sehen bekamen, ließ so manches Herz höher schlagen. Viele liebevoll gefertigte Handarbeiten aus heimischer Produktion machten deutlich, warum der Dahlhauser Weihnachtsmarkt so beliebt ist.

Gerd Heyer (73) ist ein alter Kruppianer durch und durch. Langeweile sollte nach der Verrentung nicht aufkommen. Der Betriebsschlosser vom Hedtberg fand Anschluss bei der Ideenschmiede in Hattingen und fertigt seitdem u.a. schmiedeeiserne Glühweinbecherhalter. „Damit verbrennt sich niemand mehr die Finger“, schmunzelt der agile Rentner und freut sich, dass er mit seiner Idee die Besucher begeistern kann.

Ein anderer Marktteilnehmer ist Cüneyt Aditepe (30) aus Dahlhausen. Er hat im Rahmen eines Beschäftigungsförderungsprojektes der Krisenhilfe Bochum colorierte Sternzeichenteller aus Holz gefertigt. Der besondere Clou ist die Möglichkeit, die Scheiben zu Uhren zu erweitern. „Alle, die ein persönliches Geschenk suchen, sind mit unseren Unikaten zu günstigen Preisen gut bedient“, wirbt Aditepe für seine Kollektion.

Auch kulinarisch wusste der Markt zu überzeugen. Wer die heimische Küche bevorzugt, war beim Knappenverein „Schlägel und Eisen“ an der richtigen Adresse. Die islamische Gemeinde bot internationale Spezialitäten und konnte zudem ihr nagelneues Festzelt präsentieren. Hart im Nehmen mussten die Besucher des Pfadfinderzeltes St. Engelbert sein. Ganz stilecht wurde über einem offenen Holzfeuer Stockbrot geröstet. Der unvermeidbare Rauch wird wohl erst nach mehrmaligem Waschen aus den Kleidern weichen.

Zum Weihnachtsmarkt gehört traditionell ein abwechselungsreiches Unterhaltungsprogramm mit ebenfalls viel Lokalkolorit. In der schmucken Schalterhalle zeigten im Wechsel der Kinderchor St. Engelbert, ein Blockflöten-Sextett und die Lindener Musikschule ihr Können. Sven Reese (9) spielt schon seit drei Jahren Akkordeon. Vor dem großen Publikum hatte der junge Musiker kaum Respekt. Ganz selbstbewusst präsentierte er sein Repertoire.

 

Zu den jährlich wiederkehrenden Höhepunkten des Marktes zählte immer das Anzünden der Weihnachtsbeleuchtung. Punkt 17 Uhr wurde der Schalter umgelegt. Da in der Vergangenheit schon mehrfach die Sicherungen heraus flogen, wollte man in diesem Jahr kein Risiko eingehen. Stattdessen wurde die prachtvolle Fassade des Bahnhofs mit mehreren Halogenleuchten angestrahlt. Seitdem die Zentralen Dienste der Stadt Bochum den Bahnhof pflegen, ist das historische Gebäude wieder vorzeigbar.

 

Bochum, 5. Dezember 2008

Text & Fotos: Hartmut Claes
Mit freundlicher Genehmigung der WAZ-Stadtteilredaktion Bochum.

 

 

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