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Dahlhausen. Die
Sorgenfalten im Gesicht von PRO-Dahlhausen-Geschäftsführer Joachim Walther waren
am Sonntagmorgen nicht zu übersehen. Kräftige Regengüsse ließen die Erinnerungen
an den letztjährigen Weihnachtsmarkt
wieder wach werden. Damals hatte ein Sturmtief das Marktgeschehen vor dem
historischen Bahnhof zum Abbruch gebracht.
In diesem Jahr hatten die
Veranstalter etwas mehr Glück. Zwar wurden noch im Regen die Stände und Zelte
aufgebaut, aber dann - pünktlich zum Start des Marktes - hellten sich nicht nur
die dunklen Wolken auf, sondern auch die Mine von Joachim Walther. „Alle
Mitarbeiter der teilnehmenden Stände waren erleichtert, als gleich zu Beginn um
11 Uhr die ersten zufriedenen Besucher in großer Zahl kamen“.
Und was sie zu sehen bekamen,
ließ so manches Herz höher schlagen. Viele liebevoll gefertigte Handarbeiten aus
heimischer Produktion machten deutlich, warum der Dahlhauser Weihnachtsmarkt so
beliebt ist.
Gerd
Heyer (73) ist ein alter Kruppianer durch und durch. Langeweile sollte nach der
Verrentung nicht aufkommen. Der Betriebsschlosser vom Hedtberg fand Anschluss
bei der Ideenschmiede in Hattingen und fertigt seitdem u.a. schmiedeeiserne
Glühweinbecherhalter. „Damit verbrennt sich niemand mehr die Finger“, schmunzelt
der agile Rentner und freut sich, dass er mit seiner Idee die Besucher
begeistern kann.
Ein
anderer Marktteilnehmer ist Cüneyt Aditepe (30) aus Dahlhausen. Er hat im Rahmen
eines Beschäftigungsförderungsprojektes der Krisenhilfe Bochum colorierte
Sternzeichenteller aus Holz gefertigt. Der besondere Clou ist die Möglichkeit,
die Scheiben zu Uhren zu erweitern. „Alle, die ein persönliches Geschenk suchen,
sind mit unseren Unikaten zu günstigen Preisen gut bedient“, wirbt Aditepe für
seine Kollektion.
Auch kulinarisch wusste der
Markt zu überzeugen. Wer die heimische Küche bevorzugt, war beim Knappenverein
„Schlägel und Eisen“ an der richtigen Adresse. Die islamische Gemeinde bot
internationale Spezialitäten und konnte zudem ihr nagelneues Festzelt
präsentieren. Hart im Nehmen mussten die Besucher des Pfadfinderzeltes St.
Engelbert sein. Ganz stilecht wurde über einem offenen Holzfeuer Stockbrot
geröstet. Der unvermeidbare Rauch wird wohl erst nach mehrmaligem Waschen aus
den Kleidern weichen.
Zum
Weihnachtsmarkt gehört traditionell ein abwechselungsreiches
Unterhaltungsprogramm mit ebenfalls viel Lokalkolorit. In der schmucken
Schalterhalle zeigten im Wechsel der Kinderchor St. Engelbert, ein
Blockflöten-Sextett und die Lindener Musikschule ihr Können. Sven Reese (9) spielt schon
seit drei Jahren Akkordeon. Vor dem großen Publikum hatte der junge Musiker kaum
Respekt. Ganz selbstbewusst präsentierte er sein Repertoire.
Zu den jährlich wiederkehrenden
Höhepunkten des Marktes zählte immer das Anzünden der Weihnachtsbeleuchtung.
Punkt 17 Uhr wurde der Schalter umgelegt. Da in der Vergangenheit schon mehrfach
die Sicherungen heraus flogen, wollte man in diesem Jahr kein Risiko eingehen.
Stattdessen wurde die prachtvolle Fassade des Bahnhofs mit mehreren
Halogenleuchten angestrahlt. Seitdem die Zentralen Dienste der Stadt Bochum den
Bahnhof pflegen, ist das historische Gebäude wieder vorzeigbar.
Bochum, 5. Dezember 2008
Text & Fotos: Hartmut Claes
Mit freundlicher Genehmigung der
WAZ-Stadtteilredaktion Bochum.
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